Alaska / Kanada Traumurlaub
Tag 12&13
Von Spirit Lake nach Skagway,
(Kanada - Alaska)
133km/6,75Std
09/10.07.1994
09.07
Es war noch ziemlich
früh als ich aufstand, doch weil ich den Tag zuvor nur eine kurze Strecke
gefahren bin und wußte das es heute noch einmal richtig Weit sein würde wollte
ich nicht zu spät los. Schließlich kannte ich ja mal wieder nicht das Profil des
Weges. Mit diesen Gedanken ging ich zum See und wusch mich. Das Wasser war
Kristall klar und eiskalt, so wie bei eigentlich allen Seen die ich unterwegs
gesehen hatte. Danach machte ich mir mein Frühstück, das an diesem Morgen aus
Müsli mit Bananen und Milch bestand und dazu natürlich Kaffee. Ohne diese
braune, heiße Brühe geht bei mir halt nichts.
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Gegen neun Uhr schob ich mein Rad auf
die Straße und startete den Tag. Der Weg war leicht abschüssig, so das
ich mich die meiste Zeit einfach rollen ließ, wenn ich eine gewisse
Geschwindigkeit erreicht hatte. Dies ging über fast 30km so. Nur einmal
hielt ich während dieser ruhigen und gemütlichen Fahrt an. Das war bei
Carcross Dessert.
Erst traute ich meinen Augen nicht,
doch dann merkte ich das es Wirklichkeit war. Ich stand direkt vor einer
Wüste, quasi am Eingang in eine andere Welt, die ich hier so nie
erwartet hätte. Ich stellte das Bike ab und ging ein Stück hinein, in
diese Welt, die hier überhaupt nicht hingehörte. Wie konnte es sein das
ich in einer Sandwüste stehe, dachte ich mir. Die Antwort fand ich auf
einem Info Schild. Ich lass es und nachdem ich es mir übersetzt hatte
verstand ich es. Entschlossen packte ich mir etwas zu essen
aus und machte eine Pause. |
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Carcross Dessert
Entstanden an einer Stelle die
einst von einem Gletscher bedeckt war. Sie gilt als die kleinste
Wüste der Welt und das in Kanada. Aus den Geröllmassen die der Gletscher
freigab und durch den Wind der ständig vom Lake Bennett weht
entstand der Sand. Hier gibt es eine einmalige Vegetation, wie
z.B. Lodgepole Pine und Kinnikinnick, was immer das auch ist.
Doch wie dem auch sei, Ihr
könnt Euch sicherlich vorstellen wie erstaunt ich war, als diese
Wüste in Kanada vor mir auftauchte.
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Ich genoss den Anblick, saugte ihn regelrecht auf, ohne
auch nur zu ahnen das es an diesem Tag noch schöner werden sollte. Nach ungefähr
einer Stunde machte ich mich wieder auf den Weg. Kurz darauf erreichte ich an
einem See gelegen Carcross, dem letztem Ort vor der Kanada - Alaska Grenze . Hier ging
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Carcross
Wenige Kilometer nach Carcross
Dessert erreichte ich den Ort Carcross. Dieser bestand aus eine
Hand voll Häuser, einer Tankstelle, Souvenir Laden und einem
Restaurant mit angeschlossenem Store, wo man das Nötigste zum
Leben kaufen konnte. Also wirklich nichts berauschendes. Doch
auf seine Art hatte diese Ansammlung von Gebäuden seinen eigenen
Charme. |
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ich in den vorhandenen Store und
deckte mich mit Lebensmittel und Getränke ein. Schließlich wusste ich
nicht ob ich noch am gleichen Tag in Skagway ankommen würde und hungern
wollte ich nicht, zumal es meiner Leistung beim fahren auch nicht so gut
getan hätte. Ich hatte noch gute 80km vor mir, hatte aber keine Ahnung
wie diese verlaufen würden.
Kurz darauf verließ ich den Ort wieder
in Richtung westen, zum Meer hin. Kaum hatte ich die Biegung (im Bild
links, dunkler Berg) hinter mir gelassen schlug mir ein unangenehmer
Wind entgegen. Sofort merkte ich der Luftwiderstand und wie anstrengend
das Treten der Pedale wurde. Ich schaffte es nicht mehr schneller als
15km/h zu fahren und meine Kondition wurde gefordert. Um so näher ich
zum großen Wasser kam, um so stärker wurde der Gegenwind. Zeitweise ging
fast gar nichts mehr und ich wurde richtiggehend sauer. Diese Situation
erinnerte mich an die Eureka Hochebene und die letzten Kilometer nach
Whitehorse. Dort war es sehr Flach aber daher auch sehr windig. |
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Hier war es von der Strecke allerdings anders.
Rechts und Links von mir stiegen Berge auf, die gesamte Strecke bis nach Skagway,
am Meer. Diese waren wie ein großer Kamin, der den Wind ins Landesinnere trieb.
So kämpfte ich gegen die Naturgewalt an. Meter um Meter rang ich der Entfernung
ab, wissend das mit jede Kurbelumdrehung meinem Ziel näher brachte.
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Belohnt wurde ich dann auch noch. Nach
einer rechts Kurve öffnete sich der Talkessel und ein riesiger See
erschien. Eingerahmt von den Bergen, die sich an den Ufern in die Höhe
schraubten, ließ mich der Anblick anhalten. Türkis farbendes Wasser,
Berge auf denen noch etwas Schnee lag, weiße Quellwolken die sich mit
blauen Himmel abwechselten und dann mitten in diesem See eine Insel.
Bove Island ist ihr Name. Auf dem Bild ist ungefähr zu erkennen wie groß
dieser See ist. Auf der Info Tafel im hellen Bereich, darin die dunklen
Flecken, das ist die Form vom See. Ich musste wirklich die Luft
anhalten, so fasziniert war ich von diesem Anblick. Für mich war es
einfach der perfekte Platz. Wenn ich mir heute das Bild ansehe und das
tue ich sehr häufig (habe es vergrößern lassen und hängt seit Jahren in
der Wohnung), kommen immer die gleichen Empfindungen in mir hoch wie vor
vielen Jahren, als ich dieses Bild per Selbstauslöser machte. Ich habe
mich in dieses Stückchen Erde regelrecht verliebt. Nie wieder hatte ich
solche Gedanken und Empfindungen wie dort.
Ich blieb dort, schlug mein Zelt auf
und saß einfach da. Meine Gedanken im Nirgendwo, schaute ich über das
Wasser. Mein ganzes Leben lief an mir vorbei, ich überlegte wie es
weiter gehen würde wenn ich wieder zu Hause sei, ob sich etwas ändern
würde. |
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Bove Island
Für mich ist Bove Island eine
der schönsten Flecken die ich je sah. Bove Island liegt auf
einem Hochplateau hinter Carcross, kurz bevor die rasante
Abfahrt von 1100 Höhenmeter nach Sagway auf Null Meter beginnt.
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Bis tief in die Nacht saß ich am Seeufer, einem der schönsten
Orte von Kanada die ich sah und beobachtete die
Sterne, lauschte den Geräuschen der Wildnis und malte mir aus wie es wohl sein
würde auf dieser Insel zu Leben. Eine kleine Hütte mit Kamin, so das es im
kalten Winter schön mollig warm ist, ein Kajak um ans Festland zu kommen und all
solche Dinge. Ich träumte vor mich hin und schlief darüber ein.
Mir war kalt, nur deshalb wurde ich mitten in der Nacht wach.
Ich suchte kurz nach Orientierung, schaute in den glücklich Nachthimmel und ging
dann ins Zelt, rollte mich in den Schlafsack und dachte wieder über diese
grandiose Natur in Kanada und Alaska nach, dann schlief ich erneut ein.
Gute Nacht du schönes traumhaftes Land. Bleib wie du bist. Ich
träumte von dieser Insel, von diesem Land, das werde ich nie vergessen.
10.07
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Vom Yukon
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Nun verlasse ich Kanada |
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Nach
Alaska |
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Als ich wach
wurde und aus meiner Hundehütte kroch, war das erste was ich sah eine
Hand voll Menschen, die scheinbar genauso begeistert von diesem Ort
waren wie ich. Sie schossen Bilder, zeigten mit den Fingern auf diese
und jene Stelle und sprachen alle durcheinander. Als sie mich sahen
kamen sie auf mich zu und überschütteten mich mit Fragen. Da dies ja
nicht Neues für mich war und mir die Rolle als Abenteurer auch ganz gut
gefiel, beantwortete ich diese soweit ich es konnte, Ihr erinnert Euch,
mein Englisch war damals wirklich nicht das Beste, so das es mir nicht
immer einfach viel die richtigen Worte zu finden.
So fuhr ich vielleicht eine Stunde
später wieder gen Westen, auf Skagway zu und zum Meer. Trotz des starken
Gegenwind, schlimmer als am Vortag, kam ich gut voran. Diesen Umstand
hatte ich einzig und allein der Tatsache zu verdanken das es nun stetig
bergab ging. Doch plötzlich traute ich meinen Augen nicht. Vor mir
kippte die Strasse regelrecht nach Unten weg. Es lag ein Gefälle von
sage und schreibe 21% vor mir und wenn ich links neben die Straße
Richtung Tal schaute, konnte ich erkennen das dies nicht nur auf ein
paar Metern so ist, es sah vielmehr danach aus als ob der Rest der
Strecke so weiter gehen würde. Mir blieb nichts anderes über als da
runter. Ein bisschen mulmig war mir schon dabei.
Nachdem ich die ersten Meter sehr
vorsichtig anging, wurde ich immer mutiger. Immer schneller war ich
unterwegs, doch dann sah ich diesen Wasserfall den ich auf alle Fälle
fotografieren wollte. Ich schaffte es gerade an zu halten. |
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Der letzte Wasserfall auf
meiner Strecke
Diese Aufnahme machte ich auf
dem letzten Stück nach Skagway. Bei meiner rasanten Abfahrt in
Richtung Meer, nahe der Grenze von Kanada und Alaska (USA).
Fast hätte ich dieses Bild
nicht machen können, meine Bremsen waren total überfordert und
hier mußte ich wirklich voll in die Eisen gehen, sonst wäre ich
daran vorbei gewesen.
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Immer Runter
Es ist nicht wirklich zu
erkennen wie steil es war. Doch hier bekommt man einen wagen
Eindruck davon. Es ist schwierig ein Gefälle auf dem Foto fest
zu halten. Dies ist die Stelle als ich die Grenze Kanada-Alaska
passierte. |
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Nachdem ich meine Bilder gemacht hatte fuhr
ich weiter. Mit rasendem Tempo ging es den Berg hinab. Mein Tacho den ich später
auswertete, (während der Talfahrt hatte ich kein Auge dafür), zeigte eine
Speed von 75km/h an. Es war sehr mühsam die richtige Spur zu finden, schlängelte
sich die Straße durch die Schlucht, so das man oft keine zwanzig Meter weit
die Strecke erkennen konnte. Und so kam wie es kommen musste. Mitten in der
Talfahrt tauchte hinter einer Kurve eine Hütte am Wegrand auf und einige Meter
weiter ein Schlagbaum, der zum Glück geöffnet war. So gut ich konnte griff ich
in die Bremsen, vor dem Schlagbaum zum stehen zu kommen schaffte ich aber nicht
mehr. Aus den Augenwinkeln konnte ich gerade noch erkennen wie jemand
aus der Hütte kam und auch noch ein Schild auf dem irgendetwas mit "Border"
stand. Scheiße, dachte ich. Hier ist die Grenze von Kanada und Alaska. Wenn das mal kein Ärger gibt.
Nachdem ich das Rad zum stehen bekommen hatte , stieg ich ab und schob es
bestimmt fünfzig Meter den Berg hinauf zur Grenzstation, wo mich der Grenzer
auch schon mit einem Grinsen im Gesicht erwartete. Ich entschuldigte mich, doch
der kanadische Zöllner lachte nur und meinte es sei schon in Ordnung. So konnte
ich dann die restliche Abfahrt begehen, nun aber immer darauf bedacht
rechtzeitig anhalten zu können, falls wieder ein unerwartetes Hindernis
auftauchen sollte.
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Zwanzig Minuten Stunde später erreichte ich
Skagway, das Tor nach Kanada und Alaska!
Dies war wohl die schönste Strecke die ich
auf meiner Tour gefahren bin.
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Skagway
Skagway ist eine ehemalige Goldgräberstadt in
Alaska USA).
Sie wurde
1897 vom Dampfschiffkapitän
William Moore gegründet.Skagway, am Taiya Inlet
(einem Seitenarm des Lynn Canal) gelegen, ist der
Endpunkt der Alaska
Inside Passage sowie der Eisenbahnverbindung von
Whitehorse über den
White Pass. Die Stadt ist neben
Haines der einzige am Landweg erreichbare Ort des
Alaska Panhandle und Verwaltungssitz des
Skagway-Hoonah-Angoon Census Area.
Skagway war für die Goldgräber beim großen
Goldrausch von Alaska im Jahre
1898 ein wichtiger Stützpunkt und Ausgangspunkt für
die Routen über White und
Chilkoot Pass. Heute hat der
Ort etwa 850 Einwohner. Im Ort ist die Legende von
Soapy Smith noch immer lebendig.
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Broadway Avenue, Skagway |
Chilkoot-Trail |
Chilkoot-Trail
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Die Legende um Soapy Smith
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Jefferson Randolph Smith (*
1860 in
Georgia; †
8. Juli
1898 in
Skagway,
Alaska), genannt Soapy Smith, war ein
amerikanischer Geschäftsmann.
Wohlstand und seinen Spitznamen erlangte Smith in
Denver,
Colorado, durch den Verkauf von
Seifenstücken, von denen sich in einem Stück
angeblich ein versteckter 100-Dollar-Schein
befände. Nach einer missglückten Wahlmanipulation wurde
er aus der Stadt vertrieben.
Im August
1897 ging Smith von den
Silberfeldern bei
Creede in Colorado nach Skagway in Alaska, gelegen
am Fuße des berüchtigten
White Pass. Während die meisten Männer in den kalten
Flüssen nach
Gold suchen, betrieb Soapy Smith dort ein
Telegraphenamt, die einzige Verbindung mit der
Außenwelt und den Verwandten der Goldsucher. Ein
Telegramm kostete 5 Dollar. Das Geschäft kam zum
Erliegen, als jemand herausfand, dass das Kabel nach
Seattle nach wenigen hundert Metern im Schnee
endete.
Zum Kummer der Bürger hielten Soapy Smith und seine
Revolverhelden die Stadt Skagway nach wie vor fest
in Händen. Am 8. Juli 1898 stellte sich ihm der
Landvermesser Frank H. Reid bei den Docks
entgegen. Smith schoss auf Reid mit einer
Winchester, Reid schoss mit seiner
Smith & Wesson zurück. Soapy Smith wurde ins
Herz getroffen und starb noch auf der Stelle. Frank
Reid verstarb am 20. Juli an seinen Schussverletzungen,
einer von einer Kugel zerschmetterten Hüfte.
Beide Gräber sind heute noch im Gold Rush Cemetery
von Skagway zu finden. Das Grab von Frank H. Reid stellt
dabei den "Höhepunkt" des historischen Friedhofs dar
(heutzutage würde man es Ehrenmal titulieren), man merkt
deutlich wie dankbar die damaligen Bewohner waren, von
Soapy Smith befreit worden zu sein. Das Grab des
letztgenannten befindet sich ziemlich unscheinbar, ganz
rechts am Rand wenn man von unten auf den Friedhof zu
läuft.
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