Alaska / Kanada Traumurlaub Tag 3

Von Eureka Lodge nach Gakona Lodge, (Alaska) 131km/6Std

30.06.1994


Tag 1: Anchorage - Suton

Tag 2: Suton - Eureka Lodge

Tag 3: Eureka Lodge - Gakoma Lodge

Tag 4: Gakoma Lodge - Mentasta Lake

Tag 5: Mentasta Lake - Tok

Tag 6: Tok - Beaver Creek

Tag 7: Beaver Creek - Withe River

Tag 8: Withe River - Destruction Bay

Tag 9:  Destruction Bay - Haines J.

Tag 10: Haines Junction - Withehorse

Tag 11: Withehorse - Spirit Lake

 

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Ausrüstung

Tag 12+13: Spirit Lake - Skagway

Tag 14: Skagway

Tag 15: Skagway + Fähre

Tag 16: Fähre

Tag 17: Fähre - Bellingham

Tag 18: Surrey - Vancouver

Tag 19: Vancouver

Tag 20: Vancouver

Tag 21: Vancouver

Tag 22: Frankfurt - Mainz

Tag 23: Mainz - Köln

 

  


 

Die Stimmung beim Frühstück war heute ausgesprochen schlecht. Nachdem wir gestern Abend schon über die Situation der Alleinfahrt von mir gesprochen hatten, merkte man Chris ganz deutlich an das es ihn eigentlich überhaupt nicht interessierte. Anstatt auf Fragen meinerseits einging, weichte er aus oder sagte gar nichts. Paul hielt sich aus dieser "Unterhaltung" raus, schließlich war es Chris, mit dem ich Probleme hatte.

Ich ging zu einem nahe gelegenen Bach um mein Geschirr zu spülen, als Paul hinter mir auftauchte und sich entschuldigen wollte. Ich sagte nur das er nichts mit der Sache zu tun hat, da ich wusste das Christian der treibende Part war. Wir hatte vor einem Jahr schließlich abgemacht das wir pro Tag nicht mehr als 100 Kilometer in Alaska und Kanada fahren wollten. Doch schon die ersten Tage hatten wir diese Distanz bei weiten überschritten. Dazu kam natürlich meine

 

Camping

in einem kleinen Birkenwald

Clean Bike

aber nur nach einer Wasserkur. Nach Baustellenfahrt war die wirklich notwendig.

 

nicht wirklich vorhandene Fitness. So sagte ich dann zu Paul das ich mir dies nicht mehr lange ansehen würde und lieber alleine als so weiter fahren würde. Wir gingen zurück zum Zeltplatz. Chris hatte seine Sachen schon zusammen gepackt und fragte wann wir denn weiter fahren wollten. So luden auch wir unsere Sachen auf die Räder und fuhren los. Nach ca. 15 Kilometern erreichten wir eine Baustelle. Wir mussten etwa 20 Kilometer über Schotter, Schlamm und um Schlaglöscher, die so groß waren das man in den Gegenverkehr fahren musste. Zu Glück war die Strecke hier größtenteils Eben. Mittags hatten wir diese dann endlich hinter uns gebracht und kamen an eine wirklich kleine Siedlung. Ich glaube es waren sechs oder sieben Häuser die dort standen. An einem Haus sahen wir einen Wasserschlauch, hielten dort an und nach Einverständnis der Bewohner putzen wir unsere Bikes. Diese waren durch die Baustelle ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden.

Als wir uns dann wieder auf den Weg machten, fing Chris zuerst an ständig die

Geschwindigkeit zu wechseln um mich aus den Tritt zu bringen. Als er merkte das ich trotz dieser Schikanen an seinem Hinterrad klebte, fuhr er plötzlich mal nach rechts, mal nach links. Jedenfalls so das es für mich unmöglich wurde dran zu bleiben. Paul beobachtete all dies ohne Kommentar. Immer wieder versuchte ich die aufgerissene Lücke zu schließen was mich aber so viel Kraft kostete das ich nach einiger Zeit Chris laut als Arschloch anschrie. Er hielt an, drehte sich zu mir um und grinste nur. Ohne weiter darauf ein zu gehen fuhr ich weiter.

Abends kamen wir nach einem Scheiß Tag nach  Gakona Lake. Wir bauten unser Zeltlager auf ohne miteinander zu reden. Nur Paul war normal und ich war froh das er da war. Wir machten uns was zu Essen und während wir dieses zu uns nahmen, versuchte ich erneut mit Chris ein Gespräch zu starten. Nachdem ich ihn auf unsere Abmachung hingewiesen hatte, die wir damals in München getroffen hatte meinte er nur: "Das ist Abenteuer, so wolltest du es doch." Einen Blick auf Paul werfend stand ich auf und ging weg. Meine Gedanken kreisten um dieses geile Land Kanada und Alaska und wie ich mich verhalten sollte. Eine halbe Stunde später ging ich wieder ins Lager, auf Chris zu und erklärte ihm das ich so nicht weiter mit ihm fahren würde. Zu Paul sagte ich das es in Ordnung wäre wenn er mit ihm weiter fahren würde. In meinem Schlafsack liegend überlegte ich wie es am nächsten Tag weiter gehen würde. Dann schlief ich ein und träumte von Kanada und Alaska.


 

 

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