Alaska / Kanada Traumurlaub Tag 4

Von Gakona Lodge nach Mentasta Lake, (Alaska) 149km/8,25Std

01.07.1994

 


Tag 1: Anchorage - Suton

Tag 2: Suton - Eureka Lodge

Tag 3: Eureka Lodge - Gakoma Lodge

Tag 4: Gakoma Lodge - Mentasta Lake

Tag 5: Mentasta Lake - Tok

Tag 6: Tok - Beaver Creek

Tag 7: Beaver Creek - Withe River

Tag 8: Withe River - Destruction Bay

Tag 9:  Destruction Bay - Haines J.

Tag 10: Haines Junction - Withehorse

Tag 11: Withehorse - Spirit Lake

 

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Ausrüstung

Tag 12+13: Spirit Lake - Skagway

Tag 14: Skagway

Tag 15: Skagway + Fähre

Tag 16: Fähre

Tag 17: Fähre - Bellingham

Tag 18: Surrey - Vancouver

Tag 19: Vancouver

Tag 20: Vancouver

Tag 21: Vancouver

Tag 22: Frankfurt - Mainz

Tag 23: Mainz - Köln

 

  


Der Tag der Entscheidung ist für mich gekommen. Wenn Chris sich noch einmal dermaßen wie Gestern gibt, fahre ich lieber alleine weiter. Was Paul macht weiß ich nicht, ist mir aber auch egal. Eigentlich sollte er ja gar nicht dabei sein.

Das Frühstück nahmen wir sehr schweigsam ein, nur hin und wieder kamen ein paar Worte über unsere Lippen. Schweigsam packten wir auch unsere Sachen zusammen, beluden unsere Räder und gingen den Tag an. Nach nur wenigen Kilometern war klar, Christian machte so weiter wie tags zuvor. Selbst Paul ließ mich merken das er dies nicht verstehen konnte. Er setzte sich vor mich und ließ mich bis zum Mittag durchgehend in seinem Windschatten fahren. Dann kamen wir zur "Pinnacle Mtn. Lodge". Noch einmal suchte ich das Gespräch mit Chris, doch dieser machte total zu. Das war es, dachte ich und sagte es ihm auch. Für mich stand fest das ich nicht mehr mit Chris weiter fahren würde. Egal, alleine wollte ich diese Tour durch Alaska und Kanada

 

Der letzte gemeinsame Stop

Kurz hinter der Pinnacle Mtn. Lodge trennten sich unsere Wege. Chris (links) fuhr alleine weiter. Paul (rechts) und ich zusammen.

Nur noch zu Zweit

Hier übernachteten Paul und ich, nachdem Chris vorzog alleine weiter zu fahren

 

eigentlich nicht fahren, aber lieber so als mit so einem Menschen. Mir war es auch vollkommen egal das ich kein Zelt dabei hatte. Bei der nächsten Gelegenheit, wo immer dies auch sein sollte würde ich mir eines kaufen. Spätestens in Whitehorse. Dieses mal war Paul auch soweit, er fragte Chris was er sich dabei denke, ob er es für Richtig hielt, wie er sich mir gegenüber verhalten würde. Doch auch bei Paul kam von Chris nichts als ein Blick, der sagte, leck mich. Dabei hatte Paul ja gar nichts mit dem Problem zu tun. Chris zeigte sein wahres Gesicht und so entschloss sich Paul, mit mir weiter zu fahren, auch wenn er wusste das sich unsere Wege bald trennen sollten. Paul wollte in einem Jahr runter bis nach Mexiko. Ich war sehr überrascht, hatte ich damit nicht gerechnet. Die einzige Reaktion von Christian, Schulter zucken. Er drehte sich um, bestieg sein Rad und verschwand. Ich habe nie wieder was von ihm gesehen oder gehört.

 Wie ein Geist verschwand er. Mit Paul blieb ich zurück, doch meinen Traum von Alaska und Kanada lebte ich weiter. Wir unterhielten uns und fragten wie eine Person nur so sein konnte. Nach Chris seinen Aussagen war er schon mit Reinhold Messner, dem Bergsteiger aus Bozen, zusammen in den Bergen klettern. Muss man da nicht ein ausgesprochener Teamplayer sein?! Ich denke schon. Von daher war es für mich nicht mehr Glaubwürdig, was Chris so alles erzählt hatte. Na ja, wie dem auch sei, es hatte von nun an eh keine Bedeutung mehr. Chris war weg und mit Paul ging es an diesem Tag dann noch nach Mentasta Lake. Dies war zwar auch eine sehr lange Strecke, ich glaube die Längste der ganzen Tour, doch mit Paul alleine machte es mir sehr viel mehr Spaß durch die Landschaft von Alaska und Kanada zu radeln, so das ich die Mühen überhaupt nicht so mit bekam. Alle zwei Stunden oder ähnlich legten wir eine Rast ein.  Paul ließ mich konsequent im Windschatten fahren und so

 

Eine feuchte Nacht

Ohne unser Zelt auf zu schlagen verbrachten wir die Nacht in einem leeren Verschlag für Feuerholz

kamen wir auch gut voran. Plötzlich und vollkommen unerwartet änderte sich das Wetter. Hatten wir heute nur Sonnenschein, zogen nun dicke dunkle Wolken auf. Es regnete in strömen als wir einen Campground erreichten und beschlossen die Nacht hier zu verbringen. Niemand außer uns war hier. Wir schauten uns nach einen geeigneten Platz um das Zelt auf zu bauen, machten dann aber etwas anderes. Wir legten uns in einen Verschlag der eigentlich für Feuerholz gedacht war. Da dieser aber leer war und wir das Zelt niemals trocken hätten aufbauen können ohne das es komplett nass geworden wäre, befestigten wir das Außenzelt so an dieser Holzhütte das der Wind den Regen nicht hinein wehen konnte. Es war eine sehr unruhige Nacht, ein Sturm zog zum Regen auf und wirklich viel Platz hatten wir in unserer Unterkunft auch nicht. Meine Gedanken führten durch ein Tal der Gefühle. Hatte ich das Richtige getan, würde ich alleine klar kommen? Zu Hause wäre dies kein Problem gewesen, doch hier in der Einsamkeit und Wildnis von Alaska und Kanada. In mir kamen Zweifel hoch. Irgendwann schlief ich darüber ein und der nächste Morgen begrüßte uns wieder mit strahlendem Sonnenschein.


 

 

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